Beihilfe in Thüringen: die Bemessungssätze
| Personenkreis | Bemessungssatz |
|---|---|
| Beamtinnen und Beamte | 50 % |
| mit zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern | 70 % |
| Ehe- oder Lebenspartner (Einkommensgrenze 18.000 €) | 70 % |
| Kinder | 80 % |
| Versorgungsempfänger | 70 % |
Bei dauerhaften Leistungsausschlüssen der Versicherung steigt der Satz um 20 Prozentpunkte, höchstens auf 90 %.
Beihilfestelle und Rechtsgrundlage
Zuständig: Thüringer Landesamt für Finanzen (TLF), Beihilfestelle in Gera
Rechtsgrundlage: § 72 Thüringer Beamtengesetz in Verbindung mit der Thüringer Beihilfeverordnung (ThürBhV).
Kostendämpfungspauschale und Eigenbehalte
Keine Kostendämpfungspauschale. Es gilt ein Eigenbehalt von 4 € je verordnetem Arznei- oder Verbandmittel (nicht bei Kindern) und eine Belastungsgrenze von 2 % des Jahresbruttoeinkommens.
Pauschale Beihilfe („Hamburger Modell“)
Ja, seit dem 1. Januar 2020. Der Zuschuss beträgt 50 % des Krankenversicherungsbeitrags (bei der PKV höchstens die Hälfte des Basistarifs). Antrag und Verzicht sind unwiderruflich. Wichtig: Der Satz bleibt auch im Ruhestand bei 50 % des Beitrags – er steigt nicht auf 70 % wie die individuelle Beihilfe.
Chefarzt und Zweibettzimmer (Wahlleistungen)
Ja. Chefarztbehandlung und Unterkunft bis zum Zweibettzimmer sind beihilfefähig; abgezogen werden 25 € (Wahlarzt) bzw. 7,50 € (Zweibettzimmer) je Aufenthaltstag.
Polizei: Heilfürsorge oder Beihilfe?
Eingeschränkt. Heilfürsorge erhalten nur Polizeianwärterinnen und -anwärter im Vorbereitungsdienst des mittleren und gehobenen Dienstes. Fertig ausgebildete Polizeibeamte wechseln in die Beihilfe und brauchen dann eine private Krankenversicherung – eine frühzeitige Anwartschaft ist deshalb besonders wichtig.
Lehrkräfte und Referendariat in Thüringen
Wir beraten Lehramtsstudierende, Referendare und Lehrkräfte unter anderem aus:
- Erfurt
- Jena
Gut zu wissen
- Beihilfeanträge müssen innerhalb eines Jahres gestellt werden; die Antragsgrenze liegt bei 200 €.
- Polizei: Der Wechsel von der Heilfürsorge in die Beihilfe nach der Ausbildung sollte frühzeitig über eine Anwartschaftsversicherung vorbereitet werden.
Was das für Ihre private Krankenversicherung bedeutet
- Restkostentarif: Aktiv erhalten Sie in Thüringen in der Regel 50 % Beihilfe – die übrigen 50 % sichern Sie über einen beihilfekonformen Tarif ab. Im Ruhestand steigt die Beihilfe auf 70 %, Ihr privater Anteil sinkt dann auf 30 %. Ein guter Tarif passt sich daran automatisch an.
- Beihilfeergänzung: Chefarzt und Zweibettzimmer sind beihilfefähig. Ein Beihilfeergänzungstarif kann verbleibende Eigenanteile, Abzüge und Höchstbeträge der Beihilfe abfedern.
- Pauschale Beihilfe oder PKV?: Die Entscheidung ist in der Regel unwiderruflich. Für die meisten jungen, gesunden Beamtinnen und Beamten ist die individuelle Beihilfe mit PKV langfristig günstiger; die pauschale Beihilfe kann sich vor allem bei erheblichen Vorerkrankungen oder für Familien mit mehreren Kindern in der gesetzlichen Krankenversicherung lohnen. Wir rechnen beide Wege für Sie durch.
- Vorerkrankungen: Über die Öffnungsaktion der privaten Krankenversicherer können Beamtenanfänger innerhalb von sechs Monaten nach der erstmaligen Verbeamtung ohne Ablehnung und ohne Leistungsausschlüsse aufgenommen werden; Risikozuschläge sind auf höchstens 30 % begrenzt. Zusätzlich klären wir die Konditionen vorab über eine anonyme Risikovoranfrage.
- Anwärter & Referendare: Für die Zeit des Vorbereitungsdienstes gibt es günstige Ausbildungstarife. Achten Sie darauf, dass der spätere Wechsel in den Volltarif ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich ist.
- Polizei: Wer Heilfürsorge erhält, sollte früh eine Anwartschaftsversicherung abschließen – so sichern Sie sich die spätere private Restkostenversicherung zu heutigen Gesundheitsbedingungen.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Beihilfe für Beamte in Thüringen?
Beamtinnen und Beamte: 50 %; mit zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern: 70 %; Ehe- oder Lebenspartner (Einkommensgrenze 18.000 €): 70 %; Kinder: 80 %; Versorgungsempfänger: 70 %. Bei dauerhaften Leistungsausschlüssen der Versicherung steigt der Satz um 20 Prozentpunkte, höchstens auf 90 %.
Gibt es in Thüringen die pauschale Beihilfe?
Ja, seit dem 1. Januar 2020. Der Zuschuss beträgt 50 % des Krankenversicherungsbeitrags (bei der PKV höchstens die Hälfte des Basistarifs). Antrag und Verzicht sind unwiderruflich. Wichtig: Der Satz bleibt auch im Ruhestand bei 50 % des Beitrags – er steigt nicht auf 70 % wie die individuelle Beihilfe.
Sind Chefarzt und Zweibettzimmer in Thüringen beihilfefähig?
Ja. Chefarztbehandlung und Unterkunft bis zum Zweibettzimmer sind beihilfefähig; abgezogen werden 25 € (Wahlarzt) bzw. 7,50 € (Zweibettzimmer) je Aufenthaltstag.
Erhalten Polizeibeamte in Thüringen freie Heilfürsorge?
Eingeschränkt. Heilfürsorge erhalten nur Polizeianwärterinnen und -anwärter im Vorbereitungsdienst des mittleren und gehobenen Dienstes. Fertig ausgebildete Polizeibeamte wechseln in die Beihilfe und brauchen dann eine private Krankenversicherung – eine frühzeitige Anwartschaft ist deshalb besonders wichtig.
Kann ich mich als Beamter in Thüringen online beraten lassen?
Ja. Wir beraten Beamtinnen, Beamte, Anwärter und Referendare in Thüringen unabhängig online per Video oder Telefon – kostenlos und unverbindlich, bei Vorerkrankungen mit anonymer Risikovoranfrage.
Quellen & Stand der Informationen
- TLF – Individuelle Beihilfe
- TLF – Pauschale Beihilfe
- TLF – Merkblatt Kinder und Beihilfe (10/2023)
- Thüringer Landtag – Drs. 7/9208 Bearbeitungszeiten von Beihilfeanträgen
- § 72 ThürBG – Beihilfe (Gesetzestext)
- § 103 ThürBG – Heilfürsorge (Gesetzestext)
- § 46 ThürBhV – Bemessung der Beihilfen
- ThürBhV (Gesamttext)
- Stadt Erfurt – Merkblatt pauschale Beihilfe (Stand Juni 2024)
- DGB – Mehrheit der Dienstherren bietet pauschale Beihilfe an
Stand: Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils geltenden Gesetze, Verordnungen und Versicherungsbedingungen.
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