Beihilfe in Hessen: die Bemessungssätze
| Personenkreis | Bemessungssatz |
|---|---|
| Alleinstehende Beamtinnen und Beamte | 50 % |
| Verheiratete Beamtinnen und Beamte | 55 % |
| je berücksichtigungsfähigem Kind | + 5 Prozentpunkte (max. 70 %) |
| Anwärterinnen und Anwärter | 70 % |
| Versorgungsempfänger | + 10 Prozentpunkte (z. B. 60 %) |
| bei stationärer Behandlung | + 15 Prozentpunkte (max. 85 %) |
Hessen hat ein eigenes Familiensystem: Ein einheitlicher Bemessungssatz gilt für die ganze Familie. Beispiel: verheiratet mit zwei Kindern = 65 %. Maßgeblich sind die Verhältnisse bei Antragstellung.
Beihilfestelle und Rechtsgrundlage
Zuständig: Regierungspräsidium Kassel, Dezernat Beihilfen (Standorte Hünfeld und Kassel)
Rechtsgrundlage: Hessische Beihilfenverordnung (HBeihVO).
Kostendämpfungspauschale und Eigenbehalte
Keine jährliche Kostendämpfungspauschale. Es gelten Eigenanteile, etwa 4,50 € je Arzneimittelpackung und 10 € je einfacher Fahrt, zusammen begrenzt auf 100 € im Monat.
Pauschale Beihilfe („Hamburger Modell“)
Nein. Hessen bietet keine pauschale Beihilfe, sondern eine Sachleistungsbeihilfe für freiwillig gesetzlich Versicherte. Eine pauschale Beihilfe wird geprüft; ein Gesetzgebungsverfahren ist frühestens für 2027 angekündigt.
Chefarzt und Zweibettzimmer (Wahlleistungen)
Ja, gegen einen monatlichen Betrag von 18,90 €, der von den Bezügen einbehalten wird. Die Erklärung muss innerhalb von drei Monaten nach Eintritt in den öffentlichen Dienst abgegeben werden; beim Zweibettzimmer werden 16 € pro Tag abgezogen.
Polizei: Heilfürsorge oder Beihilfe?
Polizeivollzugsbeamte in Hessen erhalten keine freie Heilfürsorge, sondern Beihilfe – ergänzt durch eine private Krankenversicherung. Im Ruhestand gilt weiter Beihilfe mit Versorgungszuschlag.
Lehrkräfte und Referendariat in Hessen
Lehrkräfte werden in Hessen in der Regel verbeamtet; Grundschullehrkräfte werden schrittweise bis August 2028 auf A 13 angehoben. Der Vorbereitungsdienst dauert 21 Monate, beginnt zum 1. Mai oder 1. November und findet an Studienseminaren und Ausbildungsschulen statt.
Wir beraten Lehramtsstudierende, Referendare und Lehrkräfte unter anderem aus:
- Darmstadt
- Frankfurt am Main
- Gießen
- Kassel
- Marburg
Gut zu wissen
- Anwärterinnen und Anwärter erhalten einheitlich 70 % Beihilfe – ein kleiner Ausbildungstarif genügt.
- Bei stationärer Behandlung steigt der Bemessungssatz um 15 Prozentpunkte – der PKV-Tarif sollte das berücksichtigen.
- Beihilfeanträge müssen innerhalb eines Jahres gestellt werden; je Antrag müssen die Aufwendungen 250 € übersteigen.
Was das für Ihre private Krankenversicherung bedeutet
- Restkostentarif: Weil sich der Bemessungssatz in Hessen mit Familienstand, Kinderzahl und Ruhestand ändert, braucht es einen Tarif, der sich flexibel anpassen lässt. Als Anwärter mit 70 % Beihilfe genügt zunächst ein kleiner Ausbildungstarif.
- Chefarzt & Zweibettzimmer: Der Dienstherr verlangt für Wahlleistungen 18,90 € im Monat. Wir vergleichen das mit einem privaten Wahlleistungstarif – und achten auf die Erklärungsfrist.
- Vorerkrankungen: Über die Öffnungsaktion der privaten Krankenversicherer können Beamtenanfänger innerhalb von sechs Monaten nach der erstmaligen Verbeamtung ohne Ablehnung und ohne Leistungsausschlüsse aufgenommen werden; Risikozuschläge sind auf höchstens 30 % begrenzt. Zusätzlich klären wir die Konditionen vorab über eine anonyme Risikovoranfrage.
- Anwärter & Referendare: Für die Zeit des Vorbereitungsdienstes gibt es günstige Ausbildungstarife. Achten Sie darauf, dass der spätere Wechsel in den Volltarif ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich ist.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Beihilfe für Beamte in Hessen?
Alleinstehende Beamtinnen und Beamte: 50 %; Verheiratete Beamtinnen und Beamte: 55 %; je berücksichtigungsfähigem Kind: + 5 Prozentpunkte (max. 70 %); Anwärterinnen und Anwärter: 70 %; Versorgungsempfänger: + 10 Prozentpunkte (z. B. 60 %). Hessen hat ein eigenes Familiensystem: Ein einheitlicher Bemessungssatz gilt für die ganze Familie. Beispiel: verheiratet mit zwei Kindern = 65 %. Maßgeblich sind die Verhältnisse bei Antragstellung.
Gibt es in Hessen die pauschale Beihilfe?
Nein. Hessen bietet keine pauschale Beihilfe, sondern eine Sachleistungsbeihilfe für freiwillig gesetzlich Versicherte. Eine pauschale Beihilfe wird geprüft; ein Gesetzgebungsverfahren ist frühestens für 2027 angekündigt.
Sind Chefarzt und Zweibettzimmer in Hessen beihilfefähig?
Ja, gegen einen monatlichen Betrag von 18,90 €, der von den Bezügen einbehalten wird. Die Erklärung muss innerhalb von drei Monaten nach Eintritt in den öffentlichen Dienst abgegeben werden; beim Zweibettzimmer werden 16 € pro Tag abgezogen.
Erhalten Polizeibeamte in Hessen freie Heilfürsorge?
Polizeivollzugsbeamte in Hessen erhalten keine freie Heilfürsorge, sondern Beihilfe – ergänzt durch eine private Krankenversicherung. Im Ruhestand gilt weiter Beihilfe mit Versorgungszuschlag.
Kann ich mich als Beamter in Hessen online beraten lassen?
Ja. Wir beraten Beamtinnen, Beamte, Anwärter und Referendare in Hessen unabhängig online per Video oder Telefon – kostenlos und unverbindlich, bei Vorerkrankungen mit anonymer Risikovoranfrage.
Quellen & Stand der Informationen
- RP Kassel: Merkblatt zur HBeihVO (ab 24.11.2021)
- RP Kassel: Stellenausschreibung Dezernat 12 – Beihilfen
- Hessischer Landtag, Drucksache 21/433 (Bemessungssatz, 2024)
- HBeihVO – Versionsübersicht (lexaris)
- § 15 HBeihVO (anwalt24)
- Landtag RLP, Wissenschaftlicher Dienst: Heilfürsorge im Ländervergleich (2017)
- HMKB: Rund 1.300 junge Lehrkräfte starten in den Vorbereitungsdienst (11/2024)
- FIM-Portal Hessen: Zulassung zum Vorbereitungsdienst Lehramt
- GEW: A 13 – Stand der Dinge (2026)
- Hallesche: Beihilferegelungen im Überblick (W 611 A, Stand 06/2026)
Stand: Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils geltenden Gesetze, Verordnungen und Versicherungsbedingungen.
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