Beihilfe in Baden-Württemberg: die Bemessungssätze
| Personenkreis | Bemessungssatz |
|---|---|
| Beamtinnen und Beamte | 50 % |
| mit zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern | 70 % |
| Ehe- oder Lebenspartner (Einkommensgrenze 20.000 €) | 70 % |
| Kinder | 80 % |
| Versorgungsempfänger | 70 % |
Die früher abgesenkten Sätze für ab 2013 Eingestellte gelten seit dem 1. Januar 2023 nicht mehr – seitdem gelten einheitliche Sätze für alle. Mit der neuen Beihilfeverordnung 2026 blieben die Bemessungssätze unverändert.
Beihilfestelle und Rechtsgrundlage
Zuständig: Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg (LBV) in Fellbach
Rechtsgrundlage: Beihilfeverordnung (BVO) vom 23. Oktober 2025, in Kraft seit 1. Januar 2026, auf Grundlage von § 78 Landesbeamtengesetz.
Kostendämpfungspauschale und Eigenbehalte
Ja. Die jährliche Kostendämpfungspauschale ist nach Besoldungsgruppe gestaffelt – von 100 € (A 8–A 9) bis 480 € in den höchsten Gruppen; für Versorgungsempfänger 85 bis 330 €. Bis einschließlich A 7 entfällt sie; bei Anwärtern ist die Eingangsbesoldungsgruppe maßgeblich.
Pauschale Beihilfe („Hamburger Modell“)
Ja, seit dem 1. Januar 2023 (§ 78a LBG). Der Zuschuss beträgt die Hälfte des Beitrags zu einer gesetzlichen oder privaten Vollversicherung (bei der PKV höchstens die Hälfte des Basistarifs), nicht jedoch zur Pflegeversicherung. Die Entscheidung ist unwiderruflich – auch für den Ruhestand – und muss innerhalb einer Ausschlussfrist von fünf Monaten getroffen werden. Heilfürsorgeberechtigte sind ausgeschlossen; Wahlleistungen im Krankenhaus sind dann nicht mehr beihilfefähig.
Chefarzt und Zweibettzimmer (Wahlleistungen)
Ja, aber nur gegen Eigenbeitrag: Chefarzt und Zweibettzimmer sind beihilfefähig, wenn Sie innerhalb einer Ausschlussfrist von fünf Monaten (etwa nach der Einstellung) erklären, dass Sie Wahlleistungen wünschen – dann werden monatlich 22 € von den Bezügen einbehalten.
Polizei: Heilfürsorge oder Beihilfe?
Ja. Beamte des Polizeivollzugsdienstes mit Dienst- oder Anwärterbezügen erhalten Heilfürsorge (§ 79 LBG) – also auch Polizeianwärter. Mit dem Ruhestand endet die Heilfürsorge; dann gilt Beihilfe mit 70 %. Eine private Anwartschaftsversicherung ist deshalb üblich.
Lehrkräfte und Referendariat in Baden-Württemberg
Lehrkräfte werden in Baden-Württemberg in der Regel verbeamtet. Die Höchstaltersgrenze liegt vor Vollendung des 42. Lebensjahres und erhöht sich um zwei Jahre je Kinderbetreuungs- oder Pflegefall. Der Vorbereitungsdienst dauert in der Regel 18 Monate, beginnt im Januar und findet an Schulen und den Seminaren für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte statt.
Wir beraten Lehramtsstudierende, Referendare und Lehrkräfte unter anderem aus:
- Freiburg
- Heidelberg
- Karlsruhe
- Konstanz
- Ludwigsburg
- Mannheim
- Schwäbisch Gmünd
- Stuttgart
- Tübingen
- Ulm
- Weingarten
Gut zu wissen
- Seit dem 1. Januar 2026 gilt eine komplett neu gefasste Beihilfeverordnung – unter anderem ohne Begrenzung der Implantate je Kieferhälfte, dafür mit Selbstbehalten bei Implantaten und Material-/Laborkosten.
- Die Erklärungsfrist für Wahlleistungen (fünf Monate) ist eine Ausschlussfrist – wer sie verpasst, kann Chefarzt und Zweibettzimmer nur noch privat absichern.
- Beihilfeanträge können über die App „Beihilfe BW“ oder das LBV-Kundenportal gestellt werden.
Was das für Ihre private Krankenversicherung bedeutet
- Restkostentarif: Aktiv erhalten Sie in Baden-Württemberg in der Regel 50 % Beihilfe – die übrigen 50 % sichern Sie über einen beihilfekonformen Tarif ab. Im Ruhestand steigt die Beihilfe auf 70 %, Ihr privater Anteil sinkt dann auf 30 %. Ein guter Tarif passt sich daran automatisch an.
- Chefarzt & Zweibettzimmer: Der Dienstherr verlangt für Wahlleistungen 22 € im Monat. Wir vergleichen das mit einem privaten Wahlleistungstarif – und achten auf die Erklärungsfrist.
- Pauschale Beihilfe oder PKV?: Die Entscheidung ist in der Regel unwiderruflich. Für die meisten jungen, gesunden Beamtinnen und Beamten ist die individuelle Beihilfe mit PKV langfristig günstiger; die pauschale Beihilfe kann sich vor allem bei erheblichen Vorerkrankungen oder für Familien mit mehreren Kindern in der gesetzlichen Krankenversicherung lohnen. Wir rechnen beide Wege für Sie durch.
- Vorerkrankungen: Über die Öffnungsaktion der privaten Krankenversicherer können Beamtenanfänger innerhalb von sechs Monaten nach der erstmaligen Verbeamtung ohne Ablehnung und ohne Leistungsausschlüsse aufgenommen werden; Risikozuschläge sind auf höchstens 30 % begrenzt. Zusätzlich klären wir die Konditionen vorab über eine anonyme Risikovoranfrage.
- Anwärter & Referendare: Für die Zeit des Vorbereitungsdienstes gibt es günstige Ausbildungstarife. Achten Sie darauf, dass der spätere Wechsel in den Volltarif ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich ist.
- Polizei: Wer Heilfürsorge erhält, sollte früh eine Anwartschaftsversicherung abschließen – so sichern Sie sich die spätere private Restkostenversicherung zu heutigen Gesundheitsbedingungen.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Beihilfe für Beamte in Baden-Württemberg?
Beamtinnen und Beamte: 50 %; mit zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern: 70 %; Ehe- oder Lebenspartner (Einkommensgrenze 20.000 €): 70 %; Kinder: 80 %; Versorgungsempfänger: 70 %. Die früher abgesenkten Sätze für ab 2013 Eingestellte gelten seit dem 1. Januar 2023 nicht mehr – seitdem gelten einheitliche Sätze für alle. Mit der neuen Beihilfeverordnung 2026 blieben die Bemessungssätze unverändert.
Gibt es in Baden-Württemberg die pauschale Beihilfe?
Ja, seit dem 1. Januar 2023 (§ 78a LBG). Der Zuschuss beträgt die Hälfte des Beitrags zu einer gesetzlichen oder privaten Vollversicherung (bei der PKV höchstens die Hälfte des Basistarifs), nicht jedoch zur Pflegeversicherung. Die Entscheidung ist unwiderruflich – auch für den Ruhestand – und muss innerhalb einer Ausschlussfrist von fünf Monaten getroffen werden. Heilfürsorgeberechtigte sind ausgeschlossen; Wahlleistungen im Krankenhaus sind dann nicht mehr beihilfefähig.
Sind Chefarzt und Zweibettzimmer in Baden-Württemberg beihilfefähig?
Ja, aber nur gegen Eigenbeitrag: Chefarzt und Zweibettzimmer sind beihilfefähig, wenn Sie innerhalb einer Ausschlussfrist von fünf Monaten (etwa nach der Einstellung) erklären, dass Sie Wahlleistungen wünschen – dann werden monatlich 22 € von den Bezügen einbehalten.
Erhalten Polizeibeamte in Baden-Württemberg freie Heilfürsorge?
Ja. Beamte des Polizeivollzugsdienstes mit Dienst- oder Anwärterbezügen erhalten Heilfürsorge (§ 79 LBG) – also auch Polizeianwärter. Mit dem Ruhestand endet die Heilfürsorge; dann gilt Beihilfe mit 70 %. Eine private Anwartschaftsversicherung ist deshalb üblich.
Kann ich mich als Beamter in Baden-Württemberg online beraten lassen?
Ja. Wir beraten Beamtinnen, Beamte, Anwärter und Referendare in Baden-Württemberg unabhängig online per Video oder Telefon – kostenlos und unverbindlich, bei Vorerkrankungen mit anonymer Risikovoranfrage.
Quellen & Stand der Informationen
- LBV BW: Beihilfeverordnung (BVO) Fassung ab 01.01.2026
- LBV BW: GBl. 2025 Nr. 104 vom 31.10.2025 (BVO)
- LBV BW: FAQ zur BVO-Novelle
- LBV BW: Änderungsschwerpunkte der BVO-Novelle
- LBV BW: Information über die pauschale Beihilfe
- LBV BW: Newsletter November 2024 (Kostendämpfungspauschale)
- LBV BW: Informationen über Änderungen im Beihilferecht (§ 78 LBG), 2020
- Entwurf Haushaltsbegleitgesetz 2025/2026 (Beteiligungsportal BW)
- BVerwG Pressemitteilung 11/2024 (Kostendämpfungspauschale BW)
- GdP BW, Deutsche Polizei 04/2026 (neue BVO)
- § 79 LBG BW – Heilfürsorge
- § 48 LHO BW – Höchstaltersgrenze
- Universität Freiburg: Vorbereitungsdienst Lehramt
- Universität Mannheim: Vorbereitungsdienst Gymnasium
Stand: Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die jeweils geltenden Gesetze, Verordnungen und Versicherungsbedingungen.
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